Fairness: Vom Sport für die Politik lernen
Als internationaler Schiedsrichter im Tischtennis mit Schwerpunkt Bundesliga-Spiele setze ich mich für Fairness und gegenseitigen Respekt ein. Was ich beobachten konnte, war, bis hin zu meinen Einsätzen bei Weltmeisterschaften und den
Olympischen Spielen, immer das Gleiche: Natürlich versucht jede Sportlerin und Sportler, das Maximum für sich oder die Mannschaft herauszuholen. Aber sie alle sind auch dankbar dafür, dass jemand den Rahmen vorgibt, alle Regeln kennt, die Grenzen überwacht. Und zwar höflich, sachlich und bestimmt. Schiedsrichter zu sein bedeutet nicht, laut und rücksichtslos die eigene Macht zu demonstrieren. Sondern die Sicht der Spieler mitzudenken, ihnen die Absicht hinter den Regeln glaubwürdig zu erklären und das gemeinsam in Ruhe umzusetzen.
Natürlich gibt es Grenzen, rote Linien, die dann -sehr selten, aber doch gelegentlich- die zugehörige Karte nach sich ziehen, wie meine Bilderstrecke zeigt. Aber das passiert wirklich nur bei Menschen, die massiv gegen die Grundprinzipien des Sports verstoßen.
In der Politik sehe ich das genauso: Sachlich zusammenarbeiten, die Ziele anderer verstehen, um von den eigenen etwas umsetzen zu können - und Rote Karten nur für die Wenigen, die mangels Interesse für Sie, die Bürgerinnen und Bürger, die einfachsten Regeln unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht achten und damit Sie und unsere Stadt schädigen.