Erstens: Respekt und Demut. Vor der Natur, die "der Chef im Ring" ist und die wir schützen und bewahren müssen. Es ist nicht nur ihre Großartigkeit und Einzigartigkeit, die man zum Beispiel in den Alpen bestaunen kann. Es ist auch die Tatsache, dass wir alle ohne das Wunderwerk, das unsere Erde ist, nicht auf ihr leben könnten.
Zweitens: Ausdauer und Zielstrebigkeit. Man braucht einen klaren Plan und eine umsichtige Einteilung der Kräfte, um auf einem über zweitausend Meter hohen Pass anzukommen. Würde ich den Berg als Gegner sehen, den es mit der Brechstange in Höchstgeschwindigkeit zu bezwingen gilt - ich hätte es nie aufs Stilfserjoch oder nach Alpe d'Huez geschafft. Geduld lautet die Devise: Sich vorher überlegen, was man möchte und dann im Einklang mit den Gegebenheiten ruhig, gleichmäßig und unbeirrt Schritt für Schritt vorankommen.
Drittens: Mitdenken für andere. Ich bin nicht alleine auf der Straße. Ich bin einerseits Radfahrer und fordere als solcher die Tatsache ein, dass mein Fahrzeug im Wesentlichen die gleichen Rechte hat wie ein Auto (und auch die gleichen Pflichten). Aber ich bin auch Autofahrer. Den meisten von Ihnen wird es ähnlich gehen: Sie sind mal in dieser, mal in jener Rolle. Für mich ist deshalb klar, dass man die Bedürfnisse beider bedenken muss, wenn man -wie ich- hin zu einer Verkehrswende mit weniger Lärm, weniger Schadstoffen und weniger Ressourcenverbrauch kommen möchte. Weder der Ansatz "Auto darf alles" noch das Herumfahren als "Radlrambo" bringt uns diesem Ziel auch nur einen Millimeter näher. Deshalb ist meine Erfahrung in meinem Steckenpferd, der Verkehrspolitik, dass wir zwar keine kleinkarierte Bürokratie brauchen, aber doch ein gemeinsames Verständnis von Grundregeln, auf die wir uns als Autofahrende, Radfahrende und zu Fuß Gehende einigen können. Daran arbeite ich mit, denn dann wird das Radeln vielleicht für noch mehr von Ihnen so attraktiv wie für mich.
Respekt und Demut, Ausdauer und Zielstrebigkeit, Mitdenken für Andere - das ist auch mein Stil in der Politik.